Warum jeder von uns mehr als genug ist!

Hallo ihr Lieben, 

in diesem Text soll es nun darum gehen, dass man sich selbst nicht zu kritisch sehen sollte und sich immer wieder daran erinnern muss, dass man gut genug ist. Mir ist das leider erst sehr spät aufgefallen, dass ich mich selbst immer viel zu negativ beurteilt habe. Auch wenn ich etwas erreicht hatte, gab es bei mir immer das große ABER. "Ich habe diese Woche eine gute Präsentation gehalten, ABER andere können es immer noch besser als ich. Ich war viel zu nervös und das hat man gemerkt." Solche Denkweisen gibt es bei mir viele. Und das ist schade, denn dadurch werden auch schon kleine Erfolge direkt mit etwas Negativem verknüpft. Das heißt also auch, dass man sich nicht über seinen Erfolg freuen kann und stolz auf sich sein kann. Was bleibt ist dann nur das "Schlechte" und die Gedanken nicht gut genug zu sein. DAS IST TOTAL FALSCH! Ebenso wie sich mit anderen zu vergleichen. Jeder Mensch ist individuell. Für einige ist es absoluter Horror eine Präsentation vor anderen Menschen zu geben, andere machen das locker ohne Vorbereitung. Diese beiden Typen dann zu vergleichen, das kann ja nur schlecht ausgehen für einen selbst. Ich bin zum Beispiel jemand, der nicht gerne vor Leuten präsentiert. Ich werde vorher schon nervös, laufe rot an und fange an zu schwitzen. Auch bin ich vorher schon im Kopf alle möglichen Szenarien durchgegangen, was alles schief laufen kann. Das Resultat ist dann, dass ich total angespannt bin und es dann (natürlich) nur blöd laufen kann. Und im Nachhinein sage ich mir dann, dass ich es ja schon wusste und bestätige mir nur meine Vorahnungen über mich. Ich gehe also dann mit dem Gedanken "Ich kann das eh nicht" schon an die Sache ran und komme mit dem Gedanken "Hab ich ja gesagt - ich bin schlecht" wieder heraus. Dass das ganze bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, das leuchtet wahrscheinlich jedem ein.

 

Daher sollte man sich diesem falschen bzw. unvorteilhaften Gedankengang bewusst werden und ihn durchbrechen. Glücklicherweise habe ich dies in den letzten Jahren angefangen zu lernen. Es bringt mir nichts mich vor einer bestimmten Situation verrückt zu machen. Ich versuche lieber mich gut vorzubereiten und ruhig zu bleiben. Natürlich klappt das nur in einem geringen Maße, da sich mein komplettes Verhalten nicht plötzlich ändern kann. Aber ich kann meine eigenen Gedankengänge und Verhaltensweisen ändern. Statt nun immer zu denken "Ich kann das nicht" sage ich mir "Ich bin gut vorbereitet und kenne mich mit dem Thema aus. Auch wenn es nicht so läuft wie geplant, werde ich einen Weg finden und meine Präsentation gut rüberbringen." Was mir dabei viel geholfen hat, war es die Perspektive zu wechseln und von Freunden Feedback einzuholen, dass gut gemeint aber auch konstruktiv war. Besonders der Perspektivenwechsel hat mir geholfen. Wie sehen andere mich? Wenn ich zum Beispiel nachgefragt habe, ob es aufgefallen ist, dass ich nervös war, haben die meisten gesagt: "Ja, aber ich fand das gar nicht schlimm!" Und wenn andere das nicht schlimm finden, warum sollte ich das dann schlimm finden? Mir ist auch aufgefallen, dass ich es bei Präsentationen von anderen nicht schlimm fand, wenn die aufgeregt sind. Das ist ja auch normal, dass man sich im Rampenlicht nicht unbedingt wohl fühlt. Warum als sollte das bei mir anders sein. Zum Rotwerden hat zum Beispiel eine Dozentin mal gesagt: "Wenn jemand bei einem Vortrag rot wird, sehe ich das nicht als Schwäche, sondern als Stärke. Denn ich merke, dass derjenige das Thema ernst nimmt und es ihm wichtig ist." Ich musste also aufhören mit zwei Maßstäben zu urteilen - dem Maßstab für andere und dem (viel zu hohen) Maßstab an mich selbst. Das braucht Zeit. Und Übung. In meinen vier Jahren im Studium musste ich viele Präsentationen halten. Aber ich erinnere mich noch genau an meine letzte Präsentation. Ich habe frei gesprochen, ohne Hilfsmittel. Und ich habe davor, dabei und danach ein gutes Gefühl gehabt. Ja, ich hatte sogar Spaß - ein bisschen :) Natürlich gibt es immer noch andere Leute, die wesentlich besser (sich) präsentieren können. NA UND?! Die können dafür andere Sachen nicht. Das scheint auf den ersten Blick vielleicht nicht immer gleich erkennbar zu sein. Aber letztlich ist es nur wichtig, was man selbst über sich denkt. Denn die eigenen Gedanken spiegeln sich im Verhalten, der Stimmung und dem eigenen Wohlbefinden wider.

 

Ich hoffe, dass einige etwas von diesem Text mitnehmen können. Natürlich ist das Präsentieren nur ein Beispiel von vielen. Aber es geht auch um den Denkansatz in Situationen, in denen man sich nicht so wohl fühlt. Vieles kann man durch das Steuern seiner eigenen Gedanken regulieren. Das braucht etwas Zeit und Übung, aber nach und nach wird es das Selbstvertrauen aufbauen und irgendwann merkt man, dass man sich entwickelt hat.  Wenn man seine Gedanken positiv beeinflusst, wird man auch seine Gefühle positiv beeinflussen können. Man sollte auch lernen auf die kleinen Erfolge stolz zu sein. Auch wenn es für andere vielleicht selbstverständlich ist. Feiert eure kleinen Erfolge, nehmt das Selbstvertrauen mit und sorgt dafür das es euch damit gut geht! Dann kommt alles andere von ganz allein. Denn: "Ich bin gut genug!"